Nach einer sehr regnerischen Nacht, bei der es laut auf unser Camperdach prasselte und es durch die Fenster rein regnete, hatten wir die Faxen dicke. Wir beschlossen die Bay of Islands hinter uns zu lassen und und zur Westküste zu flüchten, in der Hoffnung dort sonnigeres Wetter vor zu finden. Unsere Route führte uns vorbei an dem kleinen Städtchen Kawakawa, in dem Friedensreich Hundertwasser bis zu seinem Tod gelebt hat und seinen unverwechselbaren künstlerischen Stempel hinter ließ. In Kawakawa hat er sich vor allem in den öffentlichen Toiletten in aller Farben- und Formenpracht verewigt. In einem Souvenir-Shop gab uns die Besitzerin einen tollen Tipp, was man sich bei so einem Mistwetter gutes tun kann. Und das machten wir dann auch. Auf unserem Weg gen Westen machten wir mitten im Niemandsland halt an einem charmanten, aber sehr in die Jahre gekommenen Geothermalbad. Ca 3 Euro Eintritt, umziehen in uralten Kabinen, drei üppige Maori-Frauen kamen dazu. In der Anlage (alles unter freiem Himmel) gab es etwa sechs kleine Becken je ca 4 x 4 m groß. Diese Becken sind auf natürlichen Thermalquellen gebaut und das eher trübe Wasser ist ebenso durch die natürliche Wärme unterschiedlich temperiert. Im dem 38Grad-Becken konnte man sich am angenehmsten suhlen. Das schlammige Wasser wirkt wie ein Peeling und die ganze Haut war anschließend weich und glatt wie ein Baby-Popo.
An der Westküste angekommen erwartete uns wieder nur Regen und wir beschlossen erst mal nen Kaffee zu trinken.
Dort erlebten wir eine Überraschung. Plötzlich sprach mich Chantal von der Seite an. Wir hatten Chantal und ihre Freundin Saskia auf dem Farm-Campingplatz bei Taupo kennengelernt und trafen sie hier wieder. Nach einem netten Austausch im Café trennten sich unsere Wege wieder.
Nach ein paar Kilometern erreichten wir Neuseelands größten Kauri-Wald. Nach einem kleinen Fussmarsch durch einen dichten Dschungel stand sie unübersehbar vor uns - die "Tane Mahuta", Neuseelands größter Kauri-Baum. Er ist 51 m hoch, hat einen Durchmesser von 5 m und ist 1200 bis 2000 Jahre alt. So was gewaltiges hatte ich noch nie gesehen und ich konnte mir gut vorstellen, dass die Maori glaubten, dass dieser Koloss ein Gott sein müsse. Irre! Leider war es stark am regnen und der Baum zu groß, um ihn ganz aufs Bild zu kriegen. Nach einem weiteren Walk zu anderen gigantischen Bäumen kamen wir am frühen Abend auf einem netten Campingplatz an der Küste an.
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