Dienstag, 23. Februar 2016

Auf geht's zu Ludger nach Whangarei

Am nächsten Morgen packten wir unsere sieben Sachen. Seltsamerweise startete der Camper problemlos und wir fuhren an der östlichen Seite des Taupo-Sees in Richtung Süden an dem kleinen Tongariro-Nationalpark vorbei. Dort erlebten wir im vorbeifahren im raschen Wechsel ganz unterschiedliche Landschaftsformen. Mal sah es aus wie in den Alpen, mal karge Steppen wie in der Mongolei und bald darauf glaubte man im Sauerland zu sein. In einer kleinen Seitenstrasse in die Pampa rein standen massenweise Autos und Busse von Leuten, die sich dort einen "Herr der Ringe"-Drehort ansahen.

Inzwischen haben wir leider schon die Halbzeit unseres Neuseelandaufenthalt erreicht. Und da wir gerne noch mit meinem Bruder Ludger segeln wollen beschlossen wir den direkten Weg Richtung Norden nach Whangarei an zu steuern. Ludger ist seit fast vier Jahren mit seinem Katamaran auf Weltumseglung und ankert gerade im Hafen von Whangarei im Nordosten der neuseeländischen Nordinsel nahe der bekannten Bay of Islands. Und da die Möglichkeit zu einem Segelturn von dem Wetter und speziell den Winden abhängt, macht es Sinn, dass wir uns schon mal in der Nähe von Ludger aufhalten. Also rissen wir das Lenkrad rum und los gings. Da wir uns jedoch schon so lange im Inland aufgehalten hatten, konnten wir nicht wider stehen und gönnten uns einen Abstecher zur Westküste, wo wir einen schönen Sonnenuntergang erlebten.

Am nächsten Tag schafften wir die Strecke bis Whangarei. Wir parkten am Segelboot-Hafen und bald darauf winkte uns Ludger von einem Boot zu und holte uns bald darauf mit seinem Dinghi (kleines Beiboot) ab, um uns zu seinem Katamaran zu fahren.
Am abend fuhren wir mit Ludger zu einer netten Kneipe im Kollonialstil, wo sich andere braungebrannte Weltenbummler diverser Nationalitäten, teils mit wilden Tattoos und Ohrringen beschmückt, zu uns gesellten. Ludger kannte einige von ihnen. Man kam sehr leicht ins Gespräch, natürlich alles auf Englisch. Und wir hörten teils wilde Seegarn-Geschichten, die dort gesponnen wurden. Den schönen feuchtfröhlichen Abend setzten wir an Bord von Ludgers Boot bei einem Sonnenuntergang synchron zum aufgehenden Mond fort. Müde fielen wir in unsere Kojen und genossen es nach den schmalen Camper- Betten mal je auf 160 cm Bettbreite zu schlafen.


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