Gegen 7 Uhr morgens hiess es "Leinen los" und raus aus der inzwischen nicht mehr so ruhigen Bucht Richtung offenes Meer. Wir wollten die Küste gen Norden in Richtung Bay of Islands segeln. Schon beim umfahren des Kaps in den Pazifik frischte der Wind mächtig auf. Ludger hisste die Segel und los gings mit 8,5 Knoten. Das sind zwar nur 15 km/h, aber die 2 bis 3m hohen Wellen schaukelten uns viele Stunde lang dermaßen durch Berg und Tal, dass wir sehr mit Übelkeit zu kämpfen hatten. Bei diesem Geschaukel verliert man leicht die Orientierung. Man hat kein Zeitgefühl, weiss kaum wo oben und unten ist. Alli und ich waren so mit unserem elenden Befinden beschäftigt, dass wir es nur oben an Deck aus hielten,den Blick möglichst in die Ferne gerichtet. Ich konnte 8 Stunden lang nicht unten im Boot auf die Toilette gehen, da mir der einzige Aufenthalt im Bootsinnern zum umziehen eine derartige Übelkeit bereitete, dass ich die Fische füttern ging über die Reling hinweg. Ausser Ludger, der nicht so viele Probleme hatte, versuchte wir irgendwie durch zu halten.
Zwischendurch gab es jedoch ein tolles Erlebnis. Ich hatte gerade versucht eine waagerechte Position als Verbesserung zu testen als Ludger rief, dass Delphine aufgetaucht sind. Das war eine tolle Nachricht. Und tatsächlich schwammen Delphine nur knapp unter der Wasseroberfläche direkt neben dem Boot. So ein schönes Highlight, dass uns doch sehr von unserer Übelkeit ablenkte. Etwa eine Stunde lang wurden wir von diesen faszinierenden Wesen begleitet.
Ganz nah am Boot entlang schossen sie vorbei, tauchten drunter her und machten wilde Sprünge und Drehungen in der Luft. Ein sehr erhebendes Glücksgefühl - so schön!
Am Nachmittag kamen wir dann endlich völlig erschöpft in einer unglaublich ruhigen Bucht an. Unsere gebeutelten Mägen erholten sich nur langsam und mussten tatsächlich erst allmählich wieder mit einem ersten kleinen Schluck Wasser und einem ersten Stückchen Brot an Appetit und Nahrung gewohnt werden. Anschließend fielen wir alle in einen kurzen, aber erholsamen Erschöpfungsschlaf.
Später gabs lecker Lammkotellets mit Reis und Salat und wir waren wieder versöhnt mit der Welt.
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